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Unsere Grundwerte

Wir Jungsozialist*innen kämpfen für eine Gesellschaft, die frei ist von Diskriminierung und Unterdrückung. Dabei berufen wir uns auf folgende Grundsätze:

Sozialismus

Wir Jusos sind Sozialist*innen. Wir glauben, dass die aktuellen gesellschaftlichen Verhältnisse die Menschen in ihrer Freiheit begrenzen und damit ihre Entfaltung in allen Lebensbereichen hemmen.  Sozialist*in sein, bedeutet ein emanzipatorisches Gesellschaftsverständnis zu haben. Wir wollen die Menschen befähigen, die sozialen und wirtschaftlichen Verhältnisse hin zu einer Gesellschaft der Freien und Gleichen zu verändern.

Sozialist*in sein geht für uns Hand in Hand damit, Demokrat*in zu sein. Wir wollen diese demokratischen Grundsätze auf alle Lebensbereiche ausdehnen, insbesondere auch auf die Wirtschaft. Als Jusos kämpfen wir dafür, dass diejenigen über ihre Arbeit bestimmen, die sie verrichten. Wir wollen den Zustand beenden, dass die Eigentümer*innen allein über die Firmen bestimmen und dafür auch noch den Gewinn einstreichen, den andere erarbeiten.

Dieser Widerspruch von Kapital und Arbeit, den wir auflösen wollen, steht im Zentrum unserer Analyse der aktuellen Gesellschaft. Dabei berufen wir uns insbesondere auf Marx. Wir widmen zwar dem Bereich der Wirtschaft, sowie Arbeit große Aufmerksamkeit und sehen hier besondere Herausforderungen; andere gesellschaftliche Probleme, wie das Patriarchat, Rassismus und Rechtsradikalismus stehen aber gleichberechtigt daneben.

Die sozialistische Gesellschaft, die wir anstreben, ist nicht perfekt und damit unveränderlich, sondern ein stetiger Prozess in der Bemühung, es den 90% der Menschen besser gehen zu lassen.

Feminismus

Wir sind ein feministischer Richtungsverband. Das heißt für uns, dass all unsere Politik immer auch das Ziel der Gleichstellung der Geschlechter verfolgt.

Dabei ist uns klar, dass die Binarität in der unsere Gesellschaft Menschen nur nach Mann und Frau sortiert, eine konstruierte Einteilung ist, die alle Menschen diskriminiert, die sich nicht im binären Geschlechtersystem wiederfinden, die trans*, interident* oder non gender conform sind. Trotzdem sehen wir, dass diese Kategorien, unsere Gesellschaft heute noch an viele Stellen strukturieren. Denn wir leben weiterhin im Patriarchat. Und es sind vorallem Frauen*, die in unserer Gesellschaft immer noch struktureller Diskriminierung ausgesetzt sind.

Frauen* verdienen durchschnittlich 21 Prozent weniger als Männer*. Dafür gibt es unterschiedliche Ursachen: Zum einen werden Frauen* für den gleichen Job oftmals schlechter bezahlt als männliche Kollegen, sie haben oft schlechtere Karrierechancen und stoßen an gläserne Decken. Zum anderen werden einige Berufe, die vor allem von Frauen* ausgeübt werden, insgesamt geringer entlohnt. Dazu gehört insbesondere die Care- oder Sorgearbeit, zum Beispiel die Pflege, die frühkindliche Bildung oder Reinigungsarbeiten.

Aber auch über die Erwerbsarbeit hinaus sind materielle Diskriminierungen sichtbar. Der Gender Pension Gap zeigt, dass auch im Alter Frauen durchschnittlich mit deutlich weniger auskommen müssen (2015 waren es 53 Prozent). Das Risiko von Altersarmut betroffen zu sein ist für Frauen* deutlich höher als für Männer. Dies liegt unter anderem daran, dass Frauen* häufiger ihre Erwerbstätigkeit unterbrechen und über längere Zeit nicht arbeiten, meist aufgrund von Care-Arbeit, die sie unbezahlt übernehmen, wie Kindererziehung oder Pflege von Angehörigen. Daraus ergeben sich weiter geschlechterspezifische Ungerechtigkeiten, denn Frauen haben dadurch durchschnittlich 30 Minuten weniger Freizeit am Tag.

Wir wollen gleichen Lohn für gleiche Arbeit und das wollen wir auch gesetzlich festschreiben. Wir brauchen eine Neuorganisation von Care-Arbeit. Dazu gehört gut bezahlte und professionalisierte Care-Arbeit und eine staatlich organisierte, gut ausgebaute Care-Infrastruktur, die keinen ökonomischen Zwängen unterworfen ist. Gleichzeitig brauchen wir dafür auch die Hälfte der Macht in der Leitungsebene: es muss als mindestens so viele Chefinnen* wie Chefs geben.

Auch im Privaten muss Care-Arbeit endlich geschlechtergerecht organisiert werden. Dafür brauchen wir kostenlose Kinderbetreuung, veränderte Arbeitsstrukturen und einen Kulturwandel, der allen ein Recht auf befristete Teilzeit zugesteht. Auch die Elternzeit muss dann stärker paritätisch verteilt werden.

My body – my choice! Zur tatsächlichen Geleichstellung gehört auch das körperliche und sexuelle Selbstbestimmungsrecht aller Frauen*. Nach wie vor ist ein Schwangerschaftsabbruch in Deutschland illegal, auch wenn er unter strengen Bedingungen straffrei sein kann. Frauen*, die sich für einen Abbruch entscheiden, haben deshalb bis heute mit Stigmatisierung und Tabuisierung zu kämpfen. Außerdem ist eine Finanzierung durch die Krankenkasse dadurch nicht möglich. Wir wollen ein echtes Informationsrecht und die Entkriminalisierung. Unsere Position ist: Weg mit § 219a und § 218 StGB.

Menschen werden nicht nur auf Grund des Geschlechts benachteiligt. Dies ist nur eine der Ebenen auf denen Menschen Diskriminierung erfahren. Herkunft, Hautfarbe oder Migrationshintergrund, finanzielle Situation, also Klasse, oder Sexualität sind auch Grund für Diskriminierung. Diese Ebenen lassen sich nicht simpel addieren, sondern beeinflussen und verstärken einander. Unser Feminismus ist deshalb intersektional.

Internationalismus

Die sozialistische Bewegung kannte von Beginn an keine Grenzen. Viele Herausforderungen wie der Klimawandel oder die soziale Ungleichheit lassen sich nicht mehr im nationalen Rahmen lösen. Die internationale Zusammenarbeit mit unseren Schwesterorganisationen ist uns aber auch unabhängig davon in die DNA geschrieben. Das Streben nach einer solidarischeren Gesellschaft verbindet uns mehr als Nationalitäten uns trennen könnten. Deshalb arbeiten wir an der Durchsetzung unserer Ziele zusammen mit unseren Schwesterorganisationen auf der ganzen Welt. In Europa sind das die Young European Socialists (YES) und weltweit die International Union of Socialist Youth (IUSY).

Diese Zusammenarbeit findet nicht nur auf Bundesebene statt. Der*die internationale Sekretär*in der Jusos im Bundesbüro berät vom Unterbezirk bis zum Landesverband gerne, wenn es darum geht, den internationalen Austausch mit jungen Sozialist*innen in Partnerstädten oder Organisationen auf die Beine zu stellen oder im Rahmen von Veranstaltungen Delegationen einzuladen.

Besonders großes Bedeutung hat für uns das Willy-Brandt-Center Jerusalem (WBC). Hier arbeiten wir Jusos als Partner mit unseren israelisch und palästinensischen Schwesterorganisationen zusammen. Im Sinne der doppelten Solidarität mit progressiven Kräften auf beiden Seiten werden hier Delegationsreisen, Seminare und Fortbildungen organisiert.

Antifaschismus

Wir verstehen unser antifaschistisches Engagement als Akt der Verteidigung gegen antidemokratische Kräfte jeglicher Art. Wir stellen uns rechten Gruppierungen, insbesondere den ins bürgerliche Spektrum hineinwirkenden wie der Identitären Bewegung und der AFD, überall entgegen. Ihre Aktionen und Inhalte bleiben niemals unwidersprochen. Wir engagieren uns im Gegenprotest und stellen ihrer rechten Ideologie zu jeder Zeit unserer Idee einer solidarischen, offenen und gerechten Gesellschaft entgegen.

Dabei sind wir nicht alleine. Wir organisieren uns in antifaschistischen Bündnissen und bringen unsere Entgegnungen gemeinsam auf die Straße und ins Netz. Unser Antifaschismus ist feministisch und unser Feminismus ist antifaschistisch! Wir denken Feminismus als Querschnittsthema in der Strukturierung unserer antifaschistischen Arbeit mit, wir zeigen auf, wo Feminismus für rassistische Propaganda missbraucht wird und wir decken den Antifeminismus der Rechten konsequent auf.

Antifaschistische Arbeit ist für uns immer auch Bildungsarbeit! Die generelle politische und historische Bildung junger Menschen und ihre demokratische Erziehung auf allen Ebenen ist die nachhaltigste Prävention gegen Faschismus.

Wir setzen uns für eine umfassende und langfristige Unterstützung für Präventions- und Aussteiger*innenangebote ein. Die Politik muss endlich die Gefahr durch die „Neue Rechte“ ernster nehmen. Die Verstrickungen innerhalb der „Neuen Rechten“ zwischen den einzeln agierenden Gruppen muss beleuchtet und öffentlich gemacht werden.

Die AfD ist eine anti-demokratische und rechtsradikale Partei, mit der sich jegliche Zusammenarbeit und Annäherung verbietet. Wir grenzen uns von ihr ab und entlarven ihren Nationalismus und Rassismus. Wir fordern von der SPD, sich in diesem kompromisslosen Umgang ebenfalls weiterhin treu zu bleiben.

Junge Sozialisten in der SPD